Das Trommelamt wurde vom UN-Sicherheitsrat ins Leben gerufen, um die Menschheit vor der Katastrophe zu bewahren.


Neues aus der Playmobeat-Ecke:
14. Dezember 2015


Was es mit dem Trommelamt auf sich hat, seht ihr hier:


Bis die Tage, Andi, Chris und David






Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Espania olé

Wir befinden uns also in einem kleinen Dorf, von dem ich bis heute den Namen nicht weiß, da der Standort des Festivals offiziell mit dem Dorfnamen betitelt wird, wo das Festival früher einmal war. Man zog in den Nachbarort und ließ den Titel einfach stehen. Somit sind wir tatsächlich im Niemandsland verschollen und nur Eingeweihte können uns unseren Aufenthaltsort nennen, den wir dann ganz schnell wieder vergessen.
Gegen Mittag (ca. zwei Minuten nach Erwachen) beginnt die Siesta und 100 jugendliche Trommler und Trommlerinnen legen gemeinsam mit ihren Dozenten die Stöcke nieder, um Hühnchen mit Reis und ein Bierchen zu sich zu nehmen. Wir sitzen mitten in der mittelalterlichen Hüttenanlage und erfahren langsam, was am heutigen Tag alles passieren wird und soll und was wir so alles zu tun haben. Es wird erstmal sehr viel geübt, da heute der Abschlusstag des Festivals ist und alle Schüler in ihren Gruppen ein Konzert geben werden. Diese Gruppen sind als kleine Percussion-Orchester zu verstehen und das Niveau ist sehr überzeugend. Mit Congas, Marimbaphonen, Bongos, kleinen Trommeln und Pauken entsteht Jazz, Latin, Afro und alles, was die Rhythmuswelt so hergibt.
Tolle Sache. Wir stellen fest, dass Natursteinhütten mit flachen und scharfen Bauelementen einen unglaublich guten Klang zulassen. So muss ein Proberaum aussehen!
Ganz besonders beeindruckt uns die Djembe-Truppe. Tierischer Groove und selbst die Jüngsten gehen voll mit. Der Lehrer (vom Typ charmanter Draufgänger) grinst unentwegt und es ist offensichtlich, dass ihn alle Jungs unglaublich cool finden und alle Mädchen ein bisschen in ihn verliebt sind – obwohl er extrem schmutzige Hosen trägt, die auch beim Konzert nicht abgelegt werden.
Wir schauen uns das alles an und freuen uns über die tolle Stimmung. Aber jetzt heißt es Ranklotzen! Wir dürfen gleich eine Masterclass halten und haben noch keine Instrumente.
Im Chaos wird gesucht und mit der unerschütterlichen Hilfe von drei Festival-Betreuern finden wir sogar brauchbares Material. Wir bauen uns vor dem Rathaus auf und stimmen erstmal alle Trommeln.
Nebenbei klebt der Lokal-Held-Drummer mit etwa fünf Rollen Klebeband 60 alte Kochtöpfe ans Rathaus, die er für seine Abschlussperformance benötigen wird. Wir bleiben gelassen.
Na dann los: Masterclass vor Rathaus – cool. Schülerkonzerte im Sonnenuntergang vor Stadtmauer – traumhaft. Playmobeat on Stage – obergeil! Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen, dass bei so einem Event – egal wie lange es dauert – alle, die sich irgendwie bewegen können, mit dabei sind. Da sind die 80-jährigen auf der Bank, die Kinderhorden mit dem Baby im Schlepptau, der Dorfpolizist mit dem großen Bier in der Hand, der Bürgermeister, Jugendliche, Geschäftsleute, Bauern und Punks. Eben eine richtige Fiesta!
Natürlich findet komplett alles im Freien statt und als die sehr schwarzen Gewitterwolken aufziehen und ein Sturm losbricht, beeindruckt das noch nicht mal den Techniker mit seinem Hightech-Pult.
Wie gesagt, wir spielen und es ist ein riesen Spaß. Aber nach uns kommt ja noch der Lokal-Matador: alle warten gespannt. Plötzlich Lärm. Man kann noch nichts sehen, da biegt um die Ecke der LKW der Feuerwehr. Volle Kanne Sirenen und oben auf dem Truck ein ausgeflippter Schlagzeuger, der sich die Seele aus dem Leib trommelt.
Alle jubeln. Die Beschreibung dieser Performance würde jetzt den Rahmen sprengen, aber kurz in Stichworten:
Feuerwehr mit Schlagzeug, Trommler mit Ketten an sein Drumset gefesselt schleppt sich und sein Set über den ganzen Dorfplatz, bläst Luftballons auf, holt Feuerwehrschlauch und zerstört Drumset, alle Kochtöpfe und das Rathaus, alle nass, Veranstalter nimmt Schlauch und dreht durch, Lokal-Matador spielt Drumsolo und Veranstalter zerstört mittlerweile das restliche Equipment, alle Teilnehmer bekommen eine Urkunde.
So, und danach wurde viel getrunken und gesungen und um halb fünf musste David einer Frau den Autoschlüssel entwenden, damit wir selbst zum Flughafen fahren konnten.
Den Flieger haben wir erreicht und plötzlich standen wir wieder in Tegel. Das war doch mal was! Gracias FIP!!!






Und das gab's letzte Woche:

Andi Bühler schreibt

Die Montags-Kolumne


Montag ist, wenn man trotzdem lacht
Pilgerreisen sollen etwas Reinigendes, etwas Erleuchtendes und Wegweisendes haben.
Der Wallfahrtsort Santiago de Compostela ist seit dem 9. Jahrhundert das Ziel unzähliger Christen und Menschen, die sich auf die Probe stellen und der alltäglichen Mühle entkommen wollen. Der Weg dorthin ist lang und steinig. Ansonsten funktioniert es nicht. Zwar kann man im Internet Direktflüge unter drei Stunden buchen, aber das ist alles nur Täuschung und Lockmittel. Wir durften dies am eigenen Leib erfahren. Es war alles so schön geplant: morgens um 4 Uhr zum Flughafen, Einchecken und vormittags sitzen wir schon beim Drumfestival. Kein Stress, da wir erst am Tag darauf unsere Masterclass und den Auftritt bestreiten. Quasi ein Tag Urlaub. Denkste!!! Da hat die höhere Macht dann doch noch ein Wörtchen mitzureden. Einmal mit der Wimper gezuckt und schon ist unser Gate geschlossen. Da hilft kein Betteln und kein Flehen. Es bleiben zwei Möglichkeiten: Neuen Flug buchen (very expensive!) oder Absagen. Letzteres kommt natürlich nicht in Frage und so begeben wir uns auf unseren ganz persönlichen Jakobsweg – nach Mallorca. Dort lassen wir uns vom Flughafenpersonal und dem örtlichen Taxizuweiser gehörig auspeitschen, um schließlich den Weg zum Strand nicht zu finden und stundenlang in der Personalkantine abzuhängen.
Gegen Abend besteigen wir dann das kleinste Flugzeug der Welt, das uns im Luftloch-Slalom auf längster Strecke nach Santiago befördert. Dort angekommen erfahren wir, dass uns der Veranstalter erst in drei Stunden abholen kann und sind trotzdem froh, da der menschenleere Flughafen nicht einfach die Tore schließt und es einen Süßigkeitenautomaten gibt, der funktioniert. Als der (ziemlich betrunkene) Abholdienst endlich kommt, sind wir schon mehr als drüber, doch an Schlaf ist nicht zu denken – eine Stunde lang düsen wir auf der Rückbank eines alten Sprinters quer durch die bergige Pampa. Mit einem ausgewachsenen Schleudertrauma erreichen wir schließlich den Ort des Geschehens und sind glücklich, endlich die Jahrhunderte alte Pilgerstätte erreicht zu haben. Und wahrlich, nach einem kurzen Erfrischungsschläfchen weckt uns die aufgehende Sonne und offenbart uns das Paradies! Ein kleines Dorf in Galicia, wir sind gar nicht in Santiago, aber das ist völlig egal. Jedes Steinchen hier wurde schon im Mittelalter geschlagen, der Kaffee schmeckt gigantisch, aus jedem Winkel dieser Idylle kann man Trommeln hören und schon nach einer halben Stunde kennen wir alle, die sich hier mit größter Sorgfalt und viel Schweiß für eins der tollsten Drumfestivals einsetzen, das wir bisher erleben durften.
Was dann geschah, erzähle ich euch in der nächsten Kolumne.






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